Mitglieder-Rundbrief DALAH 30.04.2017

Liebe Mitglieder des DALAH e.V.,

nun bin ich als Neu-Mitglied des DALAH schon seit einigen Monaten dessen Vorsitzender, und das, obwohl mich viele noch gar nicht richtig kennen. Dies möchte ich mit einer kleinen Vorstellung in eigener Sache ändern.
Also gut: ich heiße Rolf Schulze, lebe in Trebel, bin 35 Jahre jung und Archäologe von Beruf. Diesen für mich schönsten Beruf der Welt übe ich nun schon seit etwa 10 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern aus, wo ich beim Land angestellt und für den Bereich Westmecklenburg zuständig bin, der in Dömitz unmittelbar an die Samtgemeinde Elbtalaue angrenzt. Damit ist auch klar, dass ich mich mit der Archäologie Lüchow-Dannenbergs nicht hauptamtlich beschäftige, sondern höchstens in meiner Freizeit. Diese umfasst allerdings auch so verschiedene Hobbys wie Imkerei, Segelfliegen und Draisine fahren, denn man kann sich ja nicht auch noch in seiner ganzen Freizeit mit der Arbeit beschäftigen, und sei sie auch noch so schön...

Auch wenn ich erst seit Kurzem DALAH-Mitglied bin und nicht einmal in der Samtgemeinde Elbtalaue wohne, ist meine persönliche Verbindung zu diesem Verein schon etwas älter. Ich bin nämlich sozusagen ein „wissenschaftlicher Enkel“ unseres Vereinsgründers Dr. Bernd Wachter. Dieser hat als Lehrer in den 1970er Jahren einen jungen Schüler aus Hitzacker namens Frank Nikulka für die Archäologie begeistern können – und dieser Frank Nikulka ist heute Professor für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie in Hamburg, und ihm verdanke ich nicht nur meine Begeisterung für die Archäologie unserer Region, sondern auch meine Arbeitsstelle in Westmecklenburg.

„Ganz nebenbei“ bin ich derzeit sehr damit beschäftigt, meine Doktorarbeit zu schreiben, wenig verwunderlich zu einem Thema aus Westmecklenburg. Und ein Privatleben habe ich tatsächlich auch noch... Dies alles macht es natürlich nicht ganz einfach, an der Spitze eines Vereines wie dem DALAH zu stehen. Man könnte fast meinen, ich habe gar keine Zeit dafür. Daher habe ich, als mich Helmar Süßenbach um eine Kandidatur bat, eine Bedingung gestellt, nämlich die, dass im Falle meiner Wahl die Satzung des Vereines geändert werden müsse, so dass nicht mehr nur wie bisher der (Erste) Vorsitzende, sondern ein mehrköpfiger Vorstand den Verein führen und vertreten kann. Wir haben bereits einen Satzungsentwurf ausgearbeitet, dieser bedarf nach Durchsicht durch einen Notar aber noch einer Überarbeitung, so dass die Mitgliederversammlung, auf der die Satzung beschlossen wird, also noch etwas auf sich warten lässt.

Führung über den jüdischen Friedhof Dannenberg

In den nächsten Wochen stehen aber ein paar Termine an, die für sie, liebe Mitglieder, bestimmt viel interessanter sind als eine Mitgliederversammlung:
Am 18.10.2016  16Uhr findet eine Führung unter der Leitung von Klaus Ewald über den jüdischen Friedhof von Dannenberg statt. Der westlich von Prisser auf einer Anhöhe liegende Judenfriedhof von Dannenberg ist selbst Einwohnern unbekannt, die schon einige Jahre in der Stadt leben. Dabei stehen dort – nach umfassender Instandsetzung im Jahre 2006 - immerhin noch knapp 45 Grabsteine, umfriedet von einem Staketenzaun innerhalb einer lichten Bewaldung. Nach folgenreichen Schändungen in den Jahren 1981, 1985 und 1992 verbietet sich natürlich jegliche Ausschilderung. Damit dieser Friedhof auch zukünftig als historische Erinnerungsstätte erhalten bleibt, haben die Stadt Dannenberg und der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen (Hannover) als Eigentümer des Areals 2006 einen Pflegevertrag abgeschlossen. Auf diesem Friedhof liegen nicht nur Juden der Synagogengemeinde Dannenberg, sondern auch einige wenige der Gemeinden Hitzacker, Lüchow, Wustrow und Bergen a.d. Dumme begraben, nachdem deren Friedhöfe nicht mehr benutzt wurden. Der letzte Grabstein wurde hier in Prisser 1899 errichtet.
Die insgesamt recht bescheidenen Sandstein-Grabsteine geben dem interessierten Besucher zunächst mehr Rätsel auf als Informationen: die Vorder- und damit Hauptseiten sind meist in hebräisch ausgeführt und enthalten teilweise unbekannte Zeichen und Verzierungen, vom Davidstern einmal abgesehen. Das Todes- oder Beerdigungsdatum kann auch nicht abgelesen werden, da die Ziffern als Buchstaben geschrieben und die Tausender auch noch ganz weggelassen werden. Da das Geburtsjahr üblicherweise weggelassen wurde, erhält der Betrachter auch keine genauen Angaben über das Alter des Verstorbenen, wie bei christlichen Grabsteinen verbreitet. Erst ab etwa 1850 wurde es Brauch, auf der Rückseite des Grabsteins eine kurze Zusammenfassung der hebräischen Inschrift in deutsch einzumeißeln, später gab es dann erste Steine mit Frontinschriften in beiden Sprachen oder nur noch in Deutsch. Bei einem gemeinsamen Gang über den Friedhof sollen nicht nur Inschriften und Zeichen markanter Grabsteine erläutert werden, sondern auch Hinweise auf jüdische Traditionen gegeben werden, die sich auf Sterben, Tod und Beerdigung beziehen.

Einladung zur Jahresexkursion 2015 zu den Großsteingräbern des Elbtals

Am Sonnabend, den 19.09., findet dann die Jahresexkursion des DALAH statt. Diesmal geht es in die nähere Umgebung, und zwar zu den ältesten Bauwerken unserer Region, den Großsteingräbern im Gebiet zwischen Hitzacker, Dahlenburg und Bleckede. Diese hochinteressanten Hinterlassenschaften der ersten Bauern in Norddeutschland werden wir unter Leitung von Rolf Schulze besichtigen. Treffpunkt ist um .. Uhr am Archäologischen Zentrum Hitzacker. Dort können Fahrgemeinschaften gebildet werden. Das Archäologische Zentrum selber mit seinen rekonstruierten Häusern der Bronzezeit werden wir ebenfalls besichtigen. Dort wird der Ausflugstag dann schließlich auch bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen.

Und noch etwas Neues gibt es zu vermelden: Der DALAH e.V. verfügt ab sofort auch über eine eigene Homepage:

www.dalah-dannenberg.de

Darauf finden sich Berichte und Fotos zu früheren Veranstaltungen wie Vorträgen und Exkursionen, aber auch - unter Aktuelles - demnächst geplante Unternehmungen.
Einladungen zu wichtigen Veranstaltungen sollen aber weiterhin schriftlich erfolgen.


Seit einigen Wochen findet sich der DALAH mit eigener Seite auch auf der DAN APP 2.0, eine app für das Smartphone von der Samtgemeinde Elbtalaue bzw. ALMA Elbtalaue e.V.:

www.dan-app.de

Auf das eigene Handy hochladen kann man diese kostenlose app für beide Systeme (iPhone und Android). Man findet dort die Seite des DALAH unter Handel & Dienstleistung und dann unter Vereine und öffentliche Einrichtungen.

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